Geschichte der „Monuments Men“ wiederholt sich

Vor rund 70 Jahren sorgte sich in den Vereinigten Staaten die Roberts Commission um den Erhalt der Kunstgüter in Europa. Dies führte zur Gründung der Monuments, Fine Arts & Archives Section (MFA&A). Diese militärische Kunstschutzeinheit kümmerte sich gegen Ende des Zweiten Weltkriegs um den Kulturgüterschutz vor den Bomben während des Kriegs  und den Schäden durch die folgende Besatzung. Gleichzeitig bemühten sie sich, die ausgelagerten Kunstwerke wieder zusammenzutragen und ihren rechtmäßigen Eigentümern zurückzugeben.

Zitadelle von Aleppo (Quelle: Wikipedia)

Der Grundgedanke, Kulturgüter im Fall eines bewaffneten Konflikts zu schützen, unabhängig von der Frage, wer den Krieg verursacht hat, oder wer diesen gewinnt, wurde in den Haager Konventionen aufgegriffen und führte letztlich zur Gründung der UNESCO.

Die MFA& A beendete ihre Arbeit in Europa bereits in den 1940er Jahren. Es ist beruhigend zu sehen, dass die Ideale aber nicht vergessen sind. Heute ist die Gruppe „Blue Shield“, ähnlich wie 1943 die Roberts Commission, darum besorgt, dass die Kulturschätze in Syrien unter möglichen Kriegsfolgen leiden könnten.  Diese Vereinigung, die sich als eine Art „Rotes Kreuz für das Kulturerbe“ versteht, wurde bereits 1954 im Zusammenhang mit der Hager Konvention für den Schutz von Kulturgütern während eines bewaffneten Konflikts gegründet.  Sie fordern heute von Präsident Obama den Schutz des syrischen Kulturerbes, Viele der Kunstschätze Syriens reichen 6.000 Jahre zurück. Syrische Museen, Bibliotheken und Archive enthalten unwiederbringliche kulturelle Werte, die vor Zerstörung und Raub geschützt werden müssen. Die Blue Shield-Gruppe, zusammen mit anderen Kunstschutzorganisationen, fordern deshalb einen ausdrücklichen Befehl des US-Präsidenten zum Kulturgüterschutz , um diesen im Militär zu verankern. Im Zweiten Weltkrieg war der Kulturschutzgedanke im Militär durch die ein Schreiben von General Eisenhower etabliert:

„Today we are fighting in a country which has contributed a great deal to our cultural inheritance, a country rich in monuments which by their creation helped and now in their old age illustrate the growth of the civilization which is ours. We are bound to respect those monuments so far as war allows. (…) It is a responsibility of higher commanders to determine through A.M.G. Officers the locations of historical monuments whether they be immediately ahead of our front line or in areas occupied by us.“ (Schreiben von General Eisenhower an alle Kommandanten 29.12.1943)

Kurz vor der Landung in der Normandie, am 26. Mai 1944 bekräftigte Eisenhower erneut seine Einstellung zum Kulturgüterschutz:

„Shortly we will be fighting our way across the Continent of Europe in battles designed to preserve our civilization. Inevitably, in the path of our advance will be found historical monuments and cultural centers which symbolize to the world all that we are fighting to preserve. It is the responsibility of every commander to protect and respect these symbols whenever possible.“ (Schreiben von General Eisenhower vom 26.05.1944 an die Allied Expeditionary Forces)

Eine ähnliche Verankerung des Kulturschutzes innerhalb des Militärs fordern die heutigen zivilen Institute.

Die Arbeit der Roberts Commission (in ihren Bemühungen um den Kulturgüterschutz) und auch das praktische Wirken der Monuments Men im Einsatz in Europa ist nachhaltiger Erfolg beschert, da die Grundidee auch heute noch verfolgt wird.

siehe auch http://artsbeat.blogs.nytimes.com/2013/09/11/cultural-preservation-groups-ask-obama-to-protect-syrian-heritage-sites/?ref=arts&_r=2

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