Auch das ist Hollywood – Künstlerische Freiheit bei der Benennung der Protagonisten

Tja, und schon sind einige meiner Blogbeiträge nicht mehr ganz korrekt 🙂

Nach dem ich vor kurzem noch die historischen Persönlichkeiten vorgestellt habe, die in den Monuments Men von George Clooney und Matt Damon verkörpert werden, stehen nun auch die im Film verwendeten Namen fest.

Statt die historische Figur James Rorimer spielt Matt Damon demzufolge  Lt. James Granger. George Clooney hingegen, dessen Filmfigur bis vor kurzem noch als George Stout angekündigt wurde, verkörpert nun Lt. Frank Stokes. Rose Valland (gespielt von Cate Blanchett) wird in dem Film Claire Simone heißen. Warum man in einem Film, der auf wahren Tatsachen beruht, die Protagonisten umbenennen muss (die ja auch namentlich in den Publikationen von Robert Edsel auftauchen), erschließt sich mir aber nicht. Wollen wir hoffen, dass sich da nicht zu viele künstlerische Freiheiten einschleichen. Das Thema ist für sich spannend genug, um genauso erzählt zu werden wie es passiert ist.

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Ein Krimi gegen Ende des Zweiten Weltkriegs, bei dem sich einige wenige Kunstschutzoffiziere – überwiegend Mitarbeiter aus dem amerikanischen und britischen Kultursektor, keine trainierten Soldaten – auf den abenteuerlichen Weg durch Europa machten, um wertvolle Kunstschätze vor der Zerstörung und Plünderung zu bewahren. Da sie so wenige waren, und mit den denkbar schlechtesten Ressourcen ausgestattet waren, mussten sie bei ihrer Aufgabe erfinderisch vorgehen. Um an die benötigten Informationen über die Auslagerungsstätten zu erhalten, war Geheimdienstarbeit von Nöten. James Rorimer bemühte sich lange Zeit um das Vertrauen der französischen Widerstandsaktivistin Rose Valland, die detaillierte Kenntnisse über den Verbleib französischer Sammlungen hatte, die von den Nazis zusammengeraubt wurden. Durch Ihre Hilfe wussten die Monuments Men von der Verbringung einer Vielzahl von Kunstwerken nach Neuschwanstein und in das Salzbergweg Altaussee (Österreich). Vor allem das Depot in Altaussee war gegen Kriegsende noch mal einer besonderen Bedrohung ausgesetzt. Die örtlichen NS-Führer hatten auch den „Nero-Befehl“ erhalten: Kein Kunstwerk dürfe in die Hand der Feinde fallen, alles müsse besser vernichtet werden. Dem Feind solle nichts als verbrannte Erde hinterlassen werden. Es wurden also Vorkehrungen getroffen, mit Dynamit die Stollen des Bergwerks zu sprengen, um diesem Befehl Folge zu leisten. Aber bereits lokale Verantwortliche konnten sich diesem Befehl widersetzen und die Sprengung verhindern. Die Monuments Men konnten dieses Depot, das überwiegend Raubkunst der Nationalsozialisten enthielt, sichten und die Bestände in den Central Collecting Point München verbringen, Von dort aus wurden die rechtmäßigen Eigentumsverhältnisse überprüft und die Kunstwerke restituiert.

Alles für sich bereits spannende Geschichten. Ich bin sehr gespannt auf die Transformation dieser Geschichten in ein Hollywood-Format. Ob Clooney das Bedürfnis hatte, noch mehr als nur die Namen seiner Protagonisten zu ändern.

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2 Gedanken zu “Auch das ist Hollywood – Künstlerische Freiheit bei der Benennung der Protagonisten

  1. Habe heute den Film gesehen und war sehr enttäuscht.Das die Verfälschung der Namen ,insbesondere von Rose Valland gemacht worden ist ,ist nicht nachvollziebar.Wo doch auf die wahre Begebenheit ausdrücklich hingewiesen wird. Ein kleiner Fehler???? oder was war das ,anfangs des Films,wo kurz ihr richtiger Name genannt wurde.???? Schade,sehr schade………..

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    • Der Film wird der großen Story leider nicht gerecht. Die Änderung der Namen gab den Machern die Möglichkeit, sich bei Bedarf von den historischen Fakten zu lösen, wenngleich die meisten Charaktere sich auf eine reale Person zurückführen lassen. Ob das dramaturgisch die beste Option war, sei mal dahin gestellt.

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