Umfrage-Ergebnis: Wie sehen Sie den Fall Gurlitt?

Der Fall GurlitVergangene Woche hatte ich auf meinem Blog die Frage an meine Leser gestellt, wie denn ihre Meinung zum „Fall Gurlitt“ sei. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an alle Teilnehmer! Das Ergebnis möchte ich gerne mitteilen. Ein aufmerksamer Blogbesucher hat mich bereits darauf hingewiesen, dass sich ein technischer Fehler in die Umfrage eingeschlichen hatte, so dass er in der Lage war, mehrfach abzustimmen, was natürlich die Werte verfälscht. Aber schon aufgrund der kleinen Stichprobe ist dieses Umfrageergebnis keineswegs repräsentativ, kann also bestenfalls ein kleines Stimmungsbild widergeben.

Aber auch in der kleinen Stichprobe spiegelt sich das wieder, was ich in den letzten Wochen in der Medienberichterstattung beobachte: Die Unmöglichkeit, hier nach Schwarz oder Weiß über Cornelius Gurlitt bzw. seinen Vater und die Rechtmäßigkeit des Sammlungsbesitzes zu entscheiden. Die Hälfte meiner Umfrageteilnehmer entschied sich für den Mittelweg „Kommt darauf an“.

Blog_Gurlitt Umfrage_Ergebnis

Das wäre auch meine Wahl gewesen. Es ist  meiner Meinung nicht mit unserer Rechtsauffassung vereinbar, dass die Regierung einem Privatmenschen seinen Besitz wegnimmt, weil sein Vater Verbrechen begangen hat und diese Sammlung zumindest in Teilen davon betroffen sein könnte. Hier gilt es deshalb, die Sammlung genau zu untersuchen und aufzuteilen in Kunstwerke, die eindeutig C. Gurlitt gehören (und deshalb auch zurückgegeben werden müssen) und solche, die man noch mal genauer untersuchen muss. Denn in gleichem Maße, wie Cornelius Gurlitts Rechte zu wahren sind, ist es zu berücksichtigen, dass hinter jedem Werk, das sein Vater durch verfolgungsbedingten Entzug erworben hat, auch ein menschliches Schicksal steht. Den Geschädigten – bzw. ihren Erben – sollten wir zumindest Klarheit darüber verschaffen, was mit ihrer Sammlung geschehen ist. Und vielleicht finden wir für diese Werke, die rein juristisch betrachtet nicht mehr restituiert werden müssten, eine Lösung, mit der alle Beteiligten zufrieden sein können.

Der Vollständigkeithalber seien hier noch die Ergebnisse genannt, die unter „sonstiges“ aufgelaufen sind:

  • Zu spät! Vorwürfe sind Staat und Justiz zu machen, Gurlitt AUCH Opfer!
  • alles an g. zurück, ihn sichern. ihn zu einer stiftung bewegen, dann forschen

Die Idee mit der Stiftung finde ich gar nicht schlecht, allerdings muss die Entscheidung darüber natürlich Herr Gurlitt treffen. Auch für die Kunstgeschichte im Allgemeinen – unabhängig von der Frage möglicher Rückgabeforderungen – wäre es wünschenswert, wenn wir diese Werke noch mal genauer untersuchen könnten. Viele davon fehlen uns noch in den Werkverzeichnissen bzw. lassen die genauere Betrachtung eines Künstlers erst zu.

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Ein Gedanke zu “Umfrage-Ergebnis: Wie sehen Sie den Fall Gurlitt?

  1. Ständig wurde von menschlichen Schicksalen und Geschädigten im Fall Cornelius Gurlitt geredet ,was 70 Jahre zurückliegt .
    Jetzt ist Herr Gurlitt gestorben ,wo auch ein menschliches Schicksal dahinter steckt
    was aber heute in den Medien als normalen Todesfall gemeldet wurde .Welch eine Schande !!!!!!!
    Mir ist übel geworden als ich davon gehört habe. Jeder weiß das dieser Mann durch Unrechtmäßigkeiten von Justitz und Staat früher ins Grab gebracht wurde.
    Welch ein Unrecht ist hier geschehen .Ich kann nur hoffen, dass kein Bild aus der Sammlung an den Staat Bayern fällt.

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