Der Kurator: James Rorimer

James Rorimer

Eine weitere zentrale Rolle  im Film „The Monuments Men“ spielt Matt Damon, dessen Filmfigur des James Granger auf den Kunstschutzoffizier James Rorimer zurückzuführen ist. Geboren 1905 in Cleveland, Ohio, schloss Rorimer 1927 sein Studium an der Harvard University cum laude ab. Der Kunstschutzoffizier war vor einem Eintritt ins Militär im Juni 1943 Kurator am Metropolitan Museum of Art in New York gewesen. Er hatte als Kunsthistoriker verschiedene europäische Länder besucht und sich bereits als Fachautor hervorgehoben. Rorimer hatte das Harvard Museum Training Program unter Paul Sachs absolviert und war damit prädestiniert für eine Mitarbeit in der MFA&A. Zudem sollten ihm seine Sprachfähigkeiten (er sprach neben Englisch auch Französisch, Deutsch, Italienisch und Spanisch) bei seinem Einsatz in Europa von Nutzen sein.

Rorimer diente ab 1943 zunächst als Private in der Infanterie, wurde aber bald aufgrund einer Empfehlung seines Harvard-Professors Paul Sachs zu einem der ersten Monuments Men ernannt und zu Beginn des Jahres 1944 nach England zu einem Training geschickt. Im August 1944 war er in Frankreich stationiert. Dort verbrachte Rorimer mehrere Monate mit der Inspektion der Gebäude und Denkmäler in der Normandie. Besonders verdient machte sich Rorimer in seiner Funktion als Kunstschutzoffizier in Paris. Dort übernahm er zunächst die klassischen Kunstschutzaufgaben wie den Erhalt der Gebäude und der Kunstsammlungen in Paris und der näheren Umgebung. Zudem gelang es ihm aber auch, das Vertrauen der Französin Rose Valland zu gewinnen, die jahrelang am Pariser Musée du Jeu de Paume gearbeitete hatte und während der deutschen Besatzung in den Besitz wertvoller Informationen über den Verbleib der von den Deutschen geraubten Kunstwerke gelangt war, da der Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg (ERR) dort Quartier bezogen hatte. Durch Rose Valland erlangte Rorimer Kenntnisse über die Kunstdepots in Neuschwanstein, Herrenchiemsee und Buxheim, die daraufhin von den Amerikanern evakuiert werden konnten.

James Rorimer in Neuschwanstein mit Teilen der Sammlung Rothschild

Am 14. April 1945 wurde er als Museumsexperte der 7. Armee zugewiesen und bis zum 31.12.1945 offiziell als Chef-Kunstschutzoffizier dieses Armeeteils geführt. Nach dem Krieg spielte Rorimer eine Rolle bei der Gründung des Münchner Central Collecting Points, der insbesondere die Bestände der Depots von Neuschwanstein und des Salzbergwerks Altaussee aufnehmen sollte. Zurückgekehrt in die Staaten veröffentlichte Rorimer ein Buch über seine Erfahrungen als Kunstschutzoffizier in Europa. Aufgrund seiner großen Kenntnisse in mittelalterlicher Kunst wurde er später Kurator von The Cloisters, der mittelalterlichen Abteilung des Metropolitan Museums, dessen Aufbau er wesentlich mitgestaltete. Nach dem Ausscheiden des Direktors Francis Henry Taylor übernahm Rorimer dessen Nachfolge im Metropolitan Museum und blieb in dieser Position bis zu seinem plötzlichen Tod im Jahre 1966.

zurück zur Übersicht

Advertisements

Ein Gedanke zu “Der Kurator: James Rorimer

  1. Pingback: Wahre Helden – die echten Monuments Men | Tanja Bernsau

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s