Washington, Neuschwanstein, Wiesbaden: Stationen des Monuments Man Lamont Moore

Lamont MooreMehr als 300 Monuments Men kümmerten sich seit 1943 um den Schutz des europäischen Kulturguts. Einer dieser Kunstschützer war Lamont Moore, der auch für eine kurze Zeit im Wiesbadener Central Collecting Point tätig war – er entschied, welche Kunstwerke damals nach Amerika verbracht wurden.

Lamont Moore startete seine kunsthistorische Laufbahn mit einem Abschluss am Lafayette College des Newark Museum of Art and Science (1933-1940). Im Jahre 1941 wurde er Kurator am Education Department der National Gallery of Art in Washington, D.C. Während des Zweiten Weltkriegs war Moore als Lieutenant der MFA&A-Sektion zugeteilt. Er assistierte Georg Stout bei der Evakuierung der Siegener Kupfermiene im Mai und Juni 1945, deren Inhalte nach Marburg in den neu gegründeten CCP überführt wurden. Zusammen mit Thomas C. Howe und Steven Kovalyak wurde er nach Altaussee geschickt. Dort entdeckten die drei, die später das Special Evacuation Team genannt wurden, zahlreiche Kunstschätze, die von Moore und Howe in den Münchner Central Collecting Point überführt wurden. Darauf folgte Moores Einsatz in Berchtesgaden, wo er Görings Kunstberater Walter Andreas Hofer verhörte. Dieses Verhör führte ihn zu dem vermeintlichen Vermeer-Gemälde, das Hofer für Göring erworben hatte, das sich aber in der Zwischenzeit als eine Fälschung durch Han van Meegeren herausgestellt hatte. Ebenfalls beteiligt war Moore an der Sicherstellung der ausgelagerten Kunstschätze in Schloss Neuschwanstein, wo hauptsächlich die durch den ERR konfiszierten Kunstgegenstände aus jüdischem Besitz lagerten (unter anderem Teile der Sammlung der Familien Rothschild und David-Weill).

Moore gehörte ebenfalls zu den Unterzeichnern des Wiesbadener Manifests, obwohl er direkt mit dem Abtransport beschäftigt war, da sein Vorgesetzter Major Bancel LaFarge ihn mit der Auswahl und dem Abtransport der 202 Gemälde beauftragte. Robert Edsel führt diesen Auftrag auf Moores Tätigkeit an der National Gallery und seine Beziehungen zu Col. Henry McBride, einem starken Befürworter des Abtransports, zurück. Moore begleitete die ausgewählten 202 Gemälde nach Washington und agierte dort als Kurator der Sammlung, solange sie im Museum gelagert wurden.

Im Jahre 1947 wurde er Associate Director der American Academy in Rom. Dort blieb er für ein Jahr, bevor er in die Vereinigten Staaten zurückkehrte.
Anschließend war er als Associate Director der Yale University Art Gallery bis 1953 tätig und übernahm danach den Direktorposten von John Marshall Phillips. An der Yale University unterrichtete Moore einen Graduate Course über Museumstechniken und -verwaltung. 1957 setzte er sich zur Ruhe.

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