Lange erwartet: Der Abschlussbericht zum Gurlitt-Fall

Provenienzforschung

Diese Woche war es endlich soweit: Der Abschlussbericht über die Provenienzforschung im Fall Gurlitt wurde von der Taskforce vorgelegt. Damit trägt sie der geforderten Transparenz Rechnung. Ein heikles Thema, zumal die Arbeit der Taskforce begann, als der Eigentümer noch am Leben war – wer möchte schon eine Veröffentlichung seiner eigenen Besitztümer im Internet?

In der Presse lese ich wiederholt die Kritik, dass bei den intensiven und kostspieligen Recherchen sträflicherweise gar nichts (oder zumindest viel zu wenig) herausgekommen ist. Das ist so natürlich nicht richtig. Zum einen ist Provenienzforschung ein überaus langwieriger Prozess, der – betrachtet man den Umfang der Gurlitt’schen Sammlung – die lange Arbeitszeit der Taskforce mehr als gerechtfertigt. Zum anderen ist es in der Praxis leider so, dass die genauen Umstände der Erwerbsumstände nicht mehr zu rekonstruieren sind. Oder aber das Ergebnis ist, dass es keine unrechtmäßige Eigentumsübertragung in der NS-Zeit gegeben hat. Das Ziel einer Provenienzrecherche ist es nicht, Restitutionen einzuleiten, sondern zu klären, ob ein Restitutionsfall vorliegt. Somit hat die Taskforce durchaus gute Forschungsarbeit geleistet, wenn sie zu dem Ergebnis kommt, dass in den allermeisten Fällen ein Verdacht auf Raubkunst nicht gegeben ist. Die Kritik an ihrer Arbeit halte ich für nicht gerechtfertigt. Ich würde mir lediglich einen englische Fassung des Reports wünschen, da eine solche Recherche durchaus internationale Dimensionen hat  – aber das kommt sicher noch.

Bei Interesse – der Report kann auf der Website der Taskforce heruntergeladen werden!

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