Monuments Men geehrt

Die Monuments Men werden mit der Congressional Gold Medal für ihren Einsatz als Kulturschützer im Zweiten Weltkrieg ausgezeichnet.

Umso mehr verwundert es, dass die Monuments Men Foundation vor wenigen Tagen verkündete, dass sie ihre Arbeit zum Ende Oktober einstellen muss, da die Spendengelder nicht mehr für einen weiteren Betrieb ausreichen.

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Washington, Neuschwanstein, Wiesbaden: Stationen des Monuments Man Lamont Moore

Lamont MooreMehr als 300 Monuments Men kümmerten sich seit 1943 um den Schutz des europäischen Kulturguts. Einer dieser Kunstschützer war Lamont Moore, der auch für eine kurze Zeit im Wiesbadener Central Collecting Point tätig war – er entschied, welche Kunstwerke damals nach Amerika verbracht wurden. Weiterlesen

Die Monuments Men in Wiesbaden

Wer am Sonntag meinen Vortrag im Kurhaus Wiesbaden verpasst, kann sich hier zumindest die Slides meiner Präsentation anschauen:

 

Hier können Sie sich die angekündigte Literaturliste herunterladen >> Download Literaturliste

Die „bunte Königin“ zu Gast in Wiesbaden

Captain Walter Farmer mit der Büste der Nofretete im CCP Wiesbaden

Walter Farmer mit der Büste der Nofretete (Bildquelle: Monuments Men Foundation)

Kunst­werke von Wel­trang in der Prov­inz – wie Wies­baden nach dem Zweiten Weltkrieg zu einem Auf­be­wahrung­sort für deutsche Muse­umss­chätze wurde

Dr. Alexandra Pfeffer (Wien) hat auf ihrem spannenden Blog „legesartes“ einen Gastbeitrag von mir über den CCP Wiesbaden veröffentlicht – schauen Sie mal vorbei!

 

Die Malkunst von Jan Vermeer. Gemäldegalerie Kunsthistorisches Museum. Fotografiert am 5.5.2015 von Alexandra Pfeffer

Die Malkunst von Jan Vermeer. Gemäldegalerie Kunsthistorisches Museum. Fotografiert am 5.5.2015 von Alexandra Pfeffer

Im Austausch durfte ich nun auch einen Artikel von Alexandra Pfeffer und Eva Mazur veröffentlichen: Schicksalswege – Von Bildern und Sammlern — Fall 3: Die Allegorie der Nummer 1096a

Captain Walter Farmer – Wiesbadens erster CCP-Direktor

30018886
englisch_50x33Fast auf den Tag genau vor 69 Jahren, an einem heißen Frühsommertag des Jahres 1945, kam ein junger Soldat aus Ohio nach Frankfurt – unwissend, dass er einmal eine bedeutende Rolle für die deutschen Kunstschätze werden wird, aber mit dem ehrenwerten Ziel, sich für ihren Erhalt einzusetzen: Walter Ings  Farmer.

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Der Kurator: James Rorimer

James Rorimer

Eine weitere zentrale Rolle  im Film „The Monuments Men“ spielt Matt Damon, dessen Filmfigur des James Granger auf den Kunstschutzoffizier James Rorimer zurückzuführen ist. Geboren 1905 in Cleveland, Ohio, schloss Rorimer 1927 sein Studium an der Harvard University cum laude ab. Der Kunstschutzoffizier war vor einem Eintritt ins Militär im Juni 1943 Kurator am Metropolitan Museum of Art in New York gewesen. Er hatte als Kunsthistoriker verschiedene europäische Länder besucht und sich bereits als Fachautor hervorgehoben. Rorimer hatte das Harvard Museum Training Program unter Paul Sachs absolviert und war damit prädestiniert für eine Mitarbeit in der MFA&A. Zudem sollten ihm seine Sprachfähigkeiten (er sprach neben Englisch auch Französisch, Deutsch, Italienisch und Spanisch) bei seinem Einsatz in Europa von Nutzen sein.

Rorimer diente ab 1943 zunächst als Private in der Infanterie, wurde aber bald aufgrund einer Empfehlung seines Harvard-Professors Paul Sachs zu einem der ersten Monuments Men ernannt und zu Beginn des Jahres 1944 nach England zu einem Training geschickt. Im August 1944 war er in Frankreich stationiert. Dort verbrachte Rorimer mehrere Monate mit der Inspektion der Gebäude und Denkmäler in der Normandie. Besonders verdient machte sich Rorimer in seiner Funktion als Kunstschutzoffizier in Paris. Dort übernahm er zunächst die klassischen Kunstschutzaufgaben wie den Erhalt der Gebäude und der Kunstsammlungen in Paris und der näheren Umgebung. Zudem gelang es ihm aber auch, das Vertrauen der Französin Rose Valland zu gewinnen, die jahrelang am Pariser Musée du Jeu de Paume gearbeitete hatte und während der deutschen Besatzung in den Besitz wertvoller Informationen über den Verbleib der von den Deutschen geraubten Kunstwerke gelangt war, da der Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg (ERR) dort Quartier bezogen hatte. Durch Rose Valland erlangte Rorimer Kenntnisse über die Kunstdepots in Neuschwanstein, Herrenchiemsee und Buxheim, die daraufhin von den Amerikanern evakuiert werden konnten.

James Rorimer in Neuschwanstein mit Teilen der Sammlung Rothschild

Am 14. April 1945 wurde er als Museumsexperte der 7. Armee zugewiesen und bis zum 31.12.1945 offiziell als Chef-Kunstschutzoffizier dieses Armeeteils geführt. Nach dem Krieg spielte Rorimer eine Rolle bei der Gründung des Münchner Central Collecting Points, der insbesondere die Bestände der Depots von Neuschwanstein und des Salzbergwerks Altaussee aufnehmen sollte. Zurückgekehrt in die Staaten veröffentlichte Rorimer ein Buch über seine Erfahrungen als Kunstschutzoffizier in Europa. Aufgrund seiner großen Kenntnisse in mittelalterlicher Kunst wurde er später Kurator von The Cloisters, der mittelalterlichen Abteilung des Metropolitan Museums, dessen Aufbau er wesentlich mitgestaltete. Nach dem Ausscheiden des Direktors Francis Henry Taylor übernahm Rorimer dessen Nachfolge im Metropolitan Museum und blieb in dieser Position bis zu seinem plötzlichen Tod im Jahre 1966.

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Monuments Men – Wahre Helden oder nur ein großer Hype?

The Monuments Men Press Tour (© John Russo 2013)

The Monuments Men Press Tour (© John Russo 2013)

Es dauert nun nicht mehr lange bis die „Monuments Men“ in deutschen Kino zu sehen sind. George Clooney erzählt in diesem Hollywood-Blockbuster die Geschichte der amerikanischen Kunstschutzoffiziere, die sich gegen Ende des Zweiten Weltkriegs auf heldenhafte Kunstschatzsuche machten. Indiana Jones in Team-Work. Eine Geschichte, die auf wahren Begebenheiten beruht. Erzählt natürlich aus einem amerikanischem Blickwinkel und mit entsprechendem Pathos, wie es sich für einen US-amerikanischen Kriegsfilm gehört. Aber wer waren die Monuments Men wirklich?
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