Marzella: Ein Werk des Brücke-Expressionismus in Stockholm

Zu den Motiven, die von  den Brücke-Künstlern wie Ernst Ludwig Kirchner gerne und wiederholt gemalt wurde, gehört das junge Mädchen „Marzella“. Eine Version davon befindet sich heute im Moderna Museet, Stockholm. Das Werk eines Künstlers, der in der NS-Zeit als „entartet“ galt, hat eine bewegte Geschichte.

Marzella, von Ernst-Ludwig-Kirchner

Ernst Ludwig Kirchner (1880-1938)
Marzella (1909-1910),
Öl auf Leinwand, 76 x 60 cm,
Moderna Museet Stockholm, NM 6072 (Bildquelle: Wikipedia)

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Buchvorstellung: Die Thyssens als Kunstsammler

Auch Publikationen über einzelne Sammlerpersönlichkeiten und ihre Sammlungsschwerpunkte stellen wertvolle Findmittel für die Provenienzforschung dar. Deshalb habe ich mich sehr gefreut, dass nun eine Veröffentlichung über die Kunstsammlung Thyssen erschienen ist.  Auf mehr als 400 Seiten gibt Johannes Gramlich Einblick in die Weiterlesen

Der Kunstmarkt in Wiesbaden – mein Projekt für die StadtteilHistoriker

logoGestern wurde ich als Mitglied der Wiesbadener  StadtteilHistoriker akkreditiert. In den nächsten 18 Monaten darf ich mich in diesem Rahmen einem Teil der Wiesbadener Stadtgeschichte widmen. Und was habe ich mir als Thema gewählt? Klar – den Wiesbadener Kunstmarkt 🙂 Weiterlesen

Buchvorstellung: Hitlers Kunsthändler. Hildebrand Gurlitt 1895-1956

Immer mehr Bücher über den Kunstraub der Nationalsozialisten, der Museen und Kunsthandel weltweit noch heute beschäftigt, erscheinen dieser Tage. Nachdem vor einigen Wochen der Report der Taskforce Gurlitt veröffentlicht wurde, erschien nun auch vor wenigen Tagen nun auch die Biographie von Meike Hoffmann und Nicola Kuhn über den Kunsthändler Hildebrand Gurlitt, die eine wichtige Forschungslücke für die Provenienzforschung der NS-Zeit schließt. Dabei zeichnen die Autoren den vielschichtigen Weg Weiterlesen

Lange erwartet: Der Abschlussbericht zum Gurlitt-Fall

Provenienzforschung

Diese Woche war es endlich soweit: Der Abschlussbericht über die Provenienzforschung im Fall Gurlitt wurde von der Taskforce vorgelegt. Damit trägt sie der geforderten Transparenz Rechnung. Ein heikles Thema, zumal die Arbeit der Taskforce begann, als der Eigentümer noch am Leben war – wer möchte Weiterlesen

Provenienz Macht Geschichte – Veranstaltungstipp

ProvenienzMachtGeschichteIm Zusammenhang mit der gleichnamigen Ausstellungen, bei er es um die Ankäufe von Zeichnungen während des Nationalsozialismus geht, findet am 28. Januar eine sicherlich sehr spannende Tagung im Kölner Wallraf-Richartz-Museum statt.

Details zur Veranstaltung finden Sie auf der Website des WRM: http://www.wallraf.museum/ausstellungen/aktuell/2015-11-provenienz/begleitprogramm/

Für mehr Transparenz im Kunstmarkt

 Provenienzforschung

Kürzlich las ich einen Artikel in der Zeit zum Thema Provenienzforschung im Auktionshandel. Vorgestellt wurden darin die Bemühungen des Auktionshauses Neumeister München um die Aufarbeitung seiner Geschichte.  Katrin Stoll, heutige Inhaberin des Hauses, ließ drei Jahre lang die Geschichte ihres Unternehmens, das ihr Vater Rudolf Neumeister im Jahr 1958 von Adolf Weinmüller übernommen hatte, von einer externen Provenienzforscherin untersuchen. Weinmüller hatte während der NS-Zeit gute Geschäfte durch die „Arisierung“ von Kunsthandlungen gemacht, so dass in der Aufarbeitung die Zeit zwischen 1933 und 1945 im Mittelpunkt des Interesses stand. *)

Aber auch nach Abschluss des Forschungsprojekts geht Stoll sehr offensiv mit der Frage der Herkunftsgeschichte ihrer Handelsware um. „(…) ich möchte auf die Aufarbeitung nicht verzichten“, wird die Auktionatorin im Artikel zitiert. Eingelieferte Kunstwerke werden auf ihre Vergangenheit geprüft – und dies werde auch offen mit den Einlieferern kommuniziert.  Sicherlich nicht immer einfach, da stets die Gefahr besteht, dass der Kunde dann einem anderen Auktionshaus den Vorzug gibt. Mutig deshalb, sich zu diesem Schritt zu bekennen und vielleicht auch einmal ein Geschäft nicht abschließen zu können. Aber es können auf diesem Wege auch einige Forschungslücken geschlossen und längst überfällige Restitutionsverhandlungen in die Wege geleitet werden.

Katrin Stoll geht proaktiv mit diesem heiklen Thema um. Dass dies auch Vorteile bringt, die über die mögliche Rückgabe hinausgehen, zahlt sich vielleicht nicht direkt aus. Mittel- bis langfristig ist jedoch gerade dieser offene Umgang und die deutliche Kommunikation eine Botschaft, die auch bei den Kunden ankommt: Hier werden keine „krummen Geschäfte“ gemacht, hier wird die gebotene Sorgfaltspflicht eines Auktionators ernst genommen. Transparenz als Marketinginstrument, was sicherlich auch neue Kunden für Neumeister anziehen wird. Und hoffentlich auch Nachahmer im Kunstmarkt finden wird.

*) Sehr empfehlenswert die Publikation, die in diesem Forschungsprojekt, das mit Unterstützung des Zentralinstituts für Kunstgeschichte in München entstanden ist: Meike Hopp; Kunsthandel im Nationalsozialismus, 2012

Bildquelle: iStock