Lange erwartet: Der Abschlussbericht zum Gurlitt-Fall

Provenienzforschung

Diese Woche war es endlich soweit: Der Abschlussbericht über die Provenienzforschung im Fall Gurlitt wurde von der Taskforce vorgelegt. Damit trägt sie der geforderten Transparenz Rechnung. Ein heikles Thema, zumal die Arbeit der Taskforce begann, als der Eigentümer noch am Leben war – wer möchte Weiterlesen

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Krieg und Kunst – Resonanz*Körper*Werkstatt No. 1

Am Samstag 14.11.2015 ist es soweit: Die Resonanz*Körper*Werkstatt No.1 in der Frankfurter Matthäuskirche verbindet Arts, Music, Science, Film und Workshops zu einem ungewöhnlichen Festival-Format. Ich darf im Abend-Programm einen wissenschaftlichen Beitrag zum Thema „Kriegsbeute – Wenn Kunst zur Waffe wird“ leisten – ich freu mich drauf!

Das Programm gibt es hier http://aussenwelt.org/festival/programm/

Weitere Links:

Einfach nicht mehr abgeholt – Zwei Blumenstilleben in Braunlage

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Bildquelle: Lostart/Rathaus Braunlage

Bildquelle: Lostart/Rathaus Braunlage

Dass Provenienzforschung sich mit sehr unterschiedlichen Ausgangslagen beschäftigt, zeigt der Fall der beiden Bilder von Jacob Caproens, die sich im Moment im Ratsaal des Rathauses von Braunlage befinden. Und zwar nicht erst seit gestern: Die Bilder hingen wohl „schon immer“ im Rathaus, ohne das eine genaue Herkunft bekannt war. Vor einiger Zeit begann man, die Geschichte der beiden Stilleben zu rekonstruieren. Eine Braunlagerin erinnerte sich, dass diese Bilder von einem deutschen Offizier nach dem Krieg in Braunlage im Hotel zum Braunen Hirschen zurückgelassen würde – sein Versprechen, sie später wieder abzuholen, hielt der unbekannte Soldat nicht. Ob er auf der Flucht vor den Allierten war, oder als Verwundeter in die Lazarettstadt Braunlage kam, wird sich nicht mehr ermitteln lassen. Das Hotel zum Braunen Hirschen existiert mittlerweile auch nicht mehr. Der Wirt gab die Bilder in den 1960er Jahren an den damaligen Bürgermeister, der sie im Rathaus an die Wände hängte.  Weiterlesen

Vortrag „Kriegsbeute: Wenn Kunst zur Waffe wird“

brandenburger-tor-201940_1280Der Raub von Kunstwerken während eines Krieges ist so alt wie die Geschichte des Krieges selbst. Nicht erst seit Napoleons legendären Beutezügen durch Europas Schatzkammern wurden Kulturgüter geraubt und verschleppt – und die Geschichte reicht bis in die Gegenwart zu den Plünderungen in den syrischen Krisengebieten, auch wenn dies laut internationalen Konventionen längst nicht mehr zulässig ist. Um die vielfältigen Gründe für Beutekunst soll es in diesem Vortrag gehen: von der eigenen Bereicherung über die finanzielle Schwächung des Gegners, Propaganda bis hin zur Zerstörung der kulturellen Identität des Feindes.

Datum: 14.11.2015
Ort: Matthäuskirche Frankfurt/Main

Veranstaltung:

Wissen hautnah erleben
RESONANZ*KÖRPER*WERKSTATT
No.1 „Krieg und Kunst“

Weitere Infos über die Veranstaltung folgen in Kürze.

Die verschlungenen Wege von Vermeers „Malkunst“

Die Malkunst von Jan Vermeer. Gemäldegalerie Kunsthistorisches Museum. Fotografiert am 5.5.2015 von Alexandra Pfeffer

Die Malkunst von Jan Vermeer. Gemäldegalerie Kunsthistorisches Museum. Fotografiert am 5.5.2015 von Alexandra Pfeffer

Provenienzforschung ist eine sehr interdisziplinäre Tätigkeit: Kunsthistorische Expertise ist dort ebenso gefragt wie die Kenntnisse der Geschichte oder auch die Fähigkeit, die Besitzübergänge aus juristischer Perspektive einschätzen zu können. Deshalb freue ich mich, heute einen Artikel vorzustellen, der die Provenienz der „Malkunst“ von Jan Vermeer aus kunsthistorischer wie auch aus rechtswissenschaftlicher Sicht beleuchtet, verfasst von Mag. Eva Mazur und MMag. Dr. Alexandra Pfeffer.

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Die Monuments Men in Wiesbaden

Wer am Sonntag meinen Vortrag im Kurhaus Wiesbaden verpasst, kann sich hier zumindest die Slides meiner Präsentation anschauen:

 

Hier können Sie sich die angekündigte Literaturliste herunterladen >> Download Literaturliste

Woman in Gold – Erneut ein Kunstkrimi als Hollywood-Blockbuster

Gustav Klimt: Adele Bloch-Bauer, 1907

Gustav Klimt: Adele Bloch-Bauer I, 1907 (Bildquelle: Wikipedia)

englisch_50x33Wieder wurde eine Kunstraub-Geschichte in einem Hollywood Film umgesetzt. „Woman in Gold“ handelt vom Restitutionsfall um das Gemälde „Adele Bloch-Bauer“ von Gustav Klimt, das lange Jahre als wertvolles österreichisches Kulturgut im Wiener Belvedere zu sehen war. Im Film verkörpert Helen Mirren die in den Vereinigten Staaten lebende Maria Altmann, die Nichte von Adele Bloch-Bauer, die diesen Besitz nun zurückfordert. In Rückblenden erzählt der Film, wie die Familie von den Nationalsozialisten verfolgt und wie ihnen ihr Besitz geraubt wurde. In der Gegenwart suchen Maria Altmann und ihr Rechtsanwalt nach Beweisen für den ehemaligen Besitz und erstreiten sich das Eigentum des Bildnisses ihrer Tante. Schöne Bilder gewoben um eine Detektiv-Geschichte, die das Leben schrieb – und wie sie Provenienzforschern tagtäglich unterkommt.  Weiterlesen